Die Ulrichglocke von 1849

Von dem ehemaligen Dreiergeläut ist nur noch die große Bronzeglocke erhalten geblieben. Der Inschrift nach war ihr die Funktion einer Trauerglocke zugedacht. Heute läutet die Glocke zu allen Anlässen für die Gemeinde, ob in guten oder in schlechten Tagen. Sie ist mit ihrem prächtigen Dekor ein Glanzstück im Verborgenem des Glockenturmes. Vielleicht gesellt sich in Zukunft noch eine weitere Bronzeglocke dazu.
Im März 2005 wurde die Glocke wieder an ihr originales Holzjoch gehangen und erhielt einen neuen Klöppel sowie eine moderne elektrische Läuteanlage. Über die Funkuhr können Schaltzeiten für das ganze Jahr im Voraus programmiert werden

 

 

Glockendaten

Ton: fis‘
Gussjahr: 1849
Gießer: Gebrüder Ulrich in Laucha
Gewicht: ca. 1.000 kg
unterer Durchm.: 1.200 mm
Läuteanlage: HEW VOCO-digitron

 

Die Geschichte der Glocken

1835 – drei neue Bronzeglocken für die Kirche St. Ulrich

Für den Neubau der Kirche wurden die Glocken der alten Friedhofskirche eingeschmolzen und aus dem Metall drei neue Bronzeglocken gegeossen. Mit dem Guss wurde der Lauchaer Gießermeister Johann Heinrich Ulrich beauftragt.
1849 zersprang die große Glocke. Mit dem Neuguss wurde wiederum der Lauchaer Meister Heinrich Ulrich beauftragt. Der Ton fis wurde beibehalten. Ihr Wert betrug zur damaligen Zeit 3.300 Mark.

Glockenbestand vor dem 1. Weltkrieg:

Glocke I fis‘ 1.000 kg 1.200 mm WACHE AUF, DER DU SCHLAEFST …
Glocke II a‘ 550 kg 950 mm GOTT SEGNE DIE GEMEINDE BÜCHEL
Glocke III cis‘ 260 kg 750 mm EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE

Nachdem die mittlere und kleine Glocke zu kriegszwecken abgeliefert worden waren, entschloss sich die politische Gemeinde 1926 zur Anschaffung von zwei neuen Läuteglocken. Den Zuschlag für den Neuguss bekam Glockengießer Chr. Störmer aus Erfurt.

Glockenbestand nach dem 1. Weltkrieg:

Glocke I fis‘ 1.000 kg 1.200 mm WACHE AUF, DER DU SCHLAEFST …
Glocke II a‘ 518 kg 942 mm
Glocke III cis‘ 325 kg 800 mm

Im Zuge der Reichsmetallmobilmachung wurden auch die beiden Störmerglocken Opfer des Krieges. Man nahm sie am 1. April 1942 vom Turm.

1958 Umhängung der Glocke an ein gekröpftes Stahljoch, durch Firma Schilling – Apolda
1960 Installation einer elektrischen Glockenläuteanlage durch Firma PGH Gloria Läutemaschinenbau – Bad Wilsnack
2005 Instandsetzung der Glockenanlage, Firma Glocken & Turmuhren Christian Beck – Kölleda
  • Demontage / Entsorgung vom alten Stahljoch
  • Aufarbeitung vom vorhandenen Holzjoch, Anfertigung neuer Aufhängebeschläge
  • neuer Klöppel aus weichem Schmiedeeisen, entsprechend der Glocke dimensioniert
  • Anbau einer modernen elektrischen Läuteanlage, Fabrikat HEW

Die Glockeninschrift:

IM IAHRE DES HERRN 1849
GOSS MICH FUIR DIE GEMEINDE BUICHEL
HEINR. ULRICH IN LAUCHA

WACHE AUF, DER DU SCHLAEFST,
UND STEHE AUF, VON DEN TODTEN,
SO WIRD DICH CHRISTUS ERLEUCHTEN!
EPH. 5

 

Glockeninstandsetzung 2005