Wie schreibt man Dorfgeschichte?
So wie in der Einleitung, träume ich mich gern auch mal in die Geschichte und lasse den Gedanken freien Lauf. Von wissenschaftlicher Geschichtsforschung ist man da sicher weit entfernt. Es ist eine Möglichkeit von vielen, wie es gewesen sein könnte. Um mit meinen geschichtlichen Nachforschungen auch vor der Fachwelt Bestand zu haben, ist wissenschaftliches Arbeiten unabdingbar. Quellenangaben sowie deren objektive Bewertung, unzählige Fußnoten und kritische Hinterfragung jedes zweideutigen Sachverhaltes lassen die Ortsgeschichte jedoch schnell in der Unendlichkeit verlieren und für den allgemeinen Leser bald uninteressant erscheinen. Andererseits sind gerade jedoch für den Heimatgeschichtsforscher diese Details sehr hilfreich.
Dichtung und Wahrheit liegen bei vielen heimatgeschichtlichen Werken eng beieinander, leider auch in unserer heutigen Zeit. Nicht jeder Ort kann mit herausragender Geschichte glänzen und da wird dann einfach noch etwas schnell dazugeschrieben, der "besseren Verständlichkeit" natürlich.
Anderenfalls, wer kann garantieren, dass nicht schon Geschichtsschreiber vor uns eine Jahreszahl falsch interpretiert haben oder den Sachverhalt zum besseren Verständnis einfach etwas geschönt haben. Gerade die neuere Geschichtsschreibung der NS- oder DDR-Zeit ist von solchen Geschichtsfärbungen geprägt.Wichtig ist, dass (wo es möglich ist) Originalquellen herangezogen werden und diese vor allem auch eine objektive Bewertung erfahren. Es ist schon ein Unterschied, ob z.B. der Ort Riethgen im 30-jährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogen wurde oder ob der Oberstleutnant Haubitz 1637 das Dorf "Rötichen" bis auf die Kirche samt Scheunen und Ställen wegreißen ließ und das Holz in die Quartiere nach Kindelbrück führte.
Objektivität ist das Maß aller Dinge und eigene Interpretationen sollten auch als solche erkennbar sein. Fügt man dann noch hier und dort einige Quellenangaben hinzu, freut sich auch der Geschichtswissenschaftler, dem das Werk vielleicht irgendwann mal in die Hände fällt.
Ob nun eine zeitliche Abhandlung von der Altsteinzeit bis in die Moderne verfasst wird oder die Dorfgeschichte in Themenbereiche gegliedert wird, bleibt jedem selber überlassen. Für eine kurze Übersicht ist eine zeitliche Abfolge von Daten immer gut. Ich persönliche bevorzuge jedoch die Geschichte in Themenfelder zu gliedern: z.B: Flurnamen, Kirche, Feuerwehr, Vereinsleben usw. Diese können jedoch nicht allzu streng voneinander abgegrenzt werden. Über die Abhandlung einer Dorfgeschichte haben letztendlich 100 Leute auch 100 verschiedene Meinungen deshalb:
Ich freue mich über jede Anregung / Meinung / Diskussion über die Heimatgeschichte unserer Region. >> t.trautmann@buechelonline.de
Forschungsschwerpunkte:
Tino Trautmann, Jan. 2009