2002 – 2017 wir danken den Steinis für 15 Jahre Gaststättenbetrieb

 

Das Telefon klingelt: »Gasthaus zum Dorfkrug, Steinicke«, grüßt Katrin ihren Anrufer am Telefon, während die andere Hand zu einem dicken Buch greift, um mit gekonntem Griff die richtige Seite aufzuschlagen. »30 Personen, kein Problem …. «. Das Telefonat ist beendet. Mit hochgezogenen Augenbrauen aber dennoch einem Lächeln lässt Kathrin mir ein Hefe ins Glas. Ich blicke auf das dicke Buch. »Wenn das weg ist, dann können wir zuschließen.«. Hier drinnen ist das Gedächtnis des Dorfkruges, alle Bestellungen und noch viel mehr, sozusagen die Festplatte des Dorfkruges.

Gaststube und Biergarten sind rappelvoll. Aus der Küche zieht ein herrlicher Geruch von irgendwas Gebratenem in die Gaststube. »Alles klar Sebastian?«. »Natürlich«, erwidert eine Stimme aus der dunstigen kleinen Küche, dann ein kurzer freundlicher Blick durch die Tür, um dann gleich wieder in der Küche zu verschwinden.

»Wo ist denn Maik?«, frage ich. Noch bevor Kathrin antworten kann, schallt es hinter dem Vorhang: »Tinchen, ich bin hier«. Bestellungen sind immer öde, aber irgendwann muss es ja einer machen. Ich schaue kurz hinter. Maik sitzt geschäftig über einigen Zetteln. Dann fliegt der Stift über den Tisch – fertig.
Währenddessen packen Herbert und Manuel eilig Kiste um Kiste in den Transporter. Die Autotür knallt zu und Hebbi schnallt sich an. »Wohinne«, erschallt es aus Richtung des Stammtisches. »Bilschlämm«, kam aus dem Transporter zurück, der sogleich startet und um die Kirche saust. Eine so kurze und präzise Unterhaltung können wahrscheinlich nur die Bücheler führen. Aha, Essenlieferung nach Bilzingsleben.

Kurz darauf kommt Karin. »Ach, die Mutt ist da.« Alle wissen Bescheid, gleich kommt schmutziges Geschirr zurück. Noch schnell eine anzünden und dann geht’s los.

Auf dem Weg aus der Gaststätte bekomme ich ein Bier in die Hand gedrückt: »Bringst Du Arnold – bitte.« flüstert mir die eine zarte Stimme mit ungarischem Akzent zu. So einen Charme hat nur Zsófia, der man keine Bitte abschlagen kann.

Dies ist nur ein Moment, wie ihn sicher viele Gäste in ähnlicher Form erlebt haben. Nach 15 Jahren schließt der Dorfkrug Steinicke seine Pforten. Nach 15 Jahren Gaststättenbetrieb ist die Sehnsucht nach einem geregelten Leben sehr groß. Sie haben es sich verdient. Mit einem großen und dicken DANKESCHÖN wollen wir sie verabschieden.

Liebe Kathrin, lieber Maik und das gesamte Team. Ihr habt ein Stück Kultur im Dorf über viele Jahre gefördert und am Leben erhalten, die Gemeinde und Vereine unterstützt und vor allem Menschen miteinander in Kontakt gebracht. Das ist etwas sehr Wertvolles. In großer Dankbarkeit wünschen wir Euch alles erdenkliche Gute. Bleibt uns im Ort erhalten und gewogen.

Tino